Was ist Jeet Kune Do?
Und was ist es nicht?

Jeet Kune Do ist ein Kampfkunstsystem, das von Bruce Lee erdacht und entwickelt wurde. Ja genau, DEM Bruce Lee. Aber wer bei diesem Namen direkt Bilder und Assoziationen aus den legendären Kung Fu-Filmen der frühen 1970er Jahre im Kopf hat, sollte wissen, dass das akrobatische Filmwerk des Schauspielers Bruce Lee nur bedingt etwas mit Jeet Kune Do und dem realen Kampfkünstler Bruce Lee zu tun hat. Weder trainieren wir im JKD Cologne artistische und möglichst spektakuläre Techniken, noch wirbeln wir mit Nunchakus oder anderen Waffen herum und schon gar nicht versuchen wir uns an Bruce Lees legendären Kampfschreien und –geräuschen. All dies gehört auf die Leinwand, denn im Gegensatz zur filmischen Fiktion beruht die Philosophie des Jeet Kune Do auf den Prinzipien Einfachheit, Direktheit, Effizienz und Schnelligkeit. Wir trainieren daher im JKD Cologne einfache, aber extrem wirkungsvolle Schlag- und Tritttechniken und –kombinationen, die im Ernstfall einen Kampf oder eine Bedrohungssituation schnell beenden können.

Ist JKD ein Kampfsport?

Jeet Kune Do ist kein KampfSPORT. Es gibt kein festgelegtes Regelwerk oder Wettkämpfe wie z.B. beim Boxen oder Taekwondo. Auch gibt es keine Gürtelprüfungen oder Meistergrade. Der eigentliche Zweck des Jeet Kune Do ist es, sich in einer Notwehrsituation einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Das kann dann neben eher klassischen Schlag- und Tritttechniken auch schon mal durch „sportlich unfaire“ Methoden wie der Tritt zwischen die Beine oder zum Knie oder ein Fingerstich in die Augen des Gegners umgesetzt werden und ist in der Realität natürlich etwas anderes als seinen Gegner durch Punktsieg oder K.O. zu besiegen. Trotzdem kommt natürlich der sportliche Aspekt beim Training des JKD Cologne nicht zu kurz. Das Training ist fordernd und anstrengend und zielt sowohl auf Ausdauer- und Kraftzuwachs als auch auf Beweglichkeit und körperliche Fitness. Auch klassisches Sparring steht bei uns auf dem Programm. Dabei versteht es sich von selbst, dass wir im Training mit entsprechender Schutzkleidung agieren und innerhalb des JKD Cologne einen sportlich fairen Umgang pflegen.

Ist JKD eine traditionelle Kampfkunst oder ein moderner Stilmix wie MMA?

Bruce Lee selber war ursprünglich Schüler des Wing Chun Kung Fu unter Ip Man (siehe Foto). Er fühlte sich aber in bestimmten Situationen durch die Festlegung auf den reinen Wing Chun Stil limitiert und so begann er für sich selber verschiedenste Kampfkünste zu studieren und aus diesen die Techniken, die für ihn funktionell waren, zu adaptieren und zu seinem eigenen Kampfstil zusammen zu fügen. Er brach dabei mit etlichen Traditionen der ursprünglichen fernöstlichen Kampfkünste, was ihm von deren Meistern und Anhängern viel Kritik und Argwohn einbrachte. So ließ er für seinen eigenen Kampfstil neben Elementen des Wing Chun, des Kung Fu und anderen traditionellen Kampfkünsten eben auch Techniken des westlichen Boxens und des Fechtens (im Bezug auf die Beinarbeit) einfließen. Vereinfacht gesagt ist Jeet Kune Do somit ein optimierter Mix aus verschiedenen Stilen, der weder ritualisiert noch limitiert sein soll, und der auch nach dem viel zu frühen Tode Bruce Lees im Jahr 1973 sich als offenes System für jeden Trainierenden erweist. Bruce Lee unterstrich dies mit zwei bekannten Zitaten: „Using no way as way, having no limitation as limitation“ („Benutze keinen Weg als Weg, habe keine Grenze als Grenze“) sowie „Absorb what is useful, reject what is useless and add what is essentially your own“ („Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein eigenes ist.“). Und auch wenn viele in Bruce Lee einen Vordenker und Visionär für das heutzutage populäre Konzept Mixed Martial Arts (MMA) sehen, hat Jeet Kune Do so wie wir es trainieren damit eher wenig zu tun, da MMA ja immer unter dem Aspekt des sportlichen Wettkampfs trainiert wird (siehe Punkt 2). Dennoch interessieren wir uns im JKD Cologne für die Entwicklungen im Bereich des MMA und versuchen auch hier in Bereichen, die für uns relevant sein könnten, fortzubilden und Techniken zu adaptieren, insbesondere im Bereich Bodenkampf/Grappling.