Geschichte des JKD

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Entstehung des Jeet Kune Do

Mit 13 Jahren begann Bruce Lee mit Wing Chun in Yip Mans Schule in Hong Kong.

 

Als er 1959 mit erst 18 Jahren in die USA emigrierte war sein erster Schüler Jesse Glover mit dem er zusammen auf die Edison High School in Seattle ging. Kurze Zeit später brachte Jesse Glover seinen Freund Ed Hart mit, der Bruce Lees zweiter Schüler wurde. Später unterrichtete er auch Jim DeMile und Taky Kimura. Zu dieser Zeit unterrichte er hauptsächlich modifiziertes Wing Chun. 1961 eröffenete Bruce Lee seine erste Schule das Jun Fan Gung Fu Institute in Seattle. Jesse Glover, Ed Hart und Jim DeMile beschlossen dieser Schule nicht beizutreten und gingen eigene Wege.

 

1962 lernte Bruce Lee James Yimm Lee kennen und 1963 zog Bruce Lee mit seiner Familie nach Oakland. Die Schule in Seattle wurde von nun an von Taky Kimura geleitet. James Yimm Lee und Allen Joe wurden Schüler von Bruce Lee. Auch durch deren Einfluss begann Bruce Lee mit dem Training mit Gewichten. James Lee wurde Bruce Lees Assistent an seiner zweiten Schule, dem Jun Fan Gung Fu Institute in Oakland. Zur dieser Zeit nannte er seine Kampfkunst Jun Fan Gung Fu. Als Bruce Lee 1964 die Rolle in The Green Hornet bekam, beschloss er nach Los Angeles zu ziehen und überließ diesmal die Leitung seiner Schule in Oakland James Lee. Immer wieder besuchte Bruce Lee seine Freunde Taky Kimura in Seattle und James Lee in Oakland um sie auf den neusten Stand seiner Kampfkunst zu bringen.

 

Der monatliche Beitrag für Schüler des Jun Fan Gung Fu Institutes in Chinatown, Los Angeles betrug 20$. Meist wurde der Unterricht von Dan Inosanto geleitet. Bruce Lee kam, wenn es sein Zeitplan erlaubte samstags und sonntags.

 

Als Bruce Lee seine Schule schließen ließ erlaubte er Dan Inosanto mit vier, fünf Schülern weiter in dessen Garage in Carson weiter zu trainieren. Dort hingen lediglich drei Sandsäcke, ein Paar Doppelendbälle und eine Boxbirne. Dort blieben sie bis Anfang 1970, dann entschloss sich Dan Inosanto mit Alfred Haber eine Trainingshalle zu bauen. Zu dieser Zeit bestand die Gruppe aus etwa zwölf Schülern, die sich zwei Mal in der Woche trafen.

 

Post-Bruce Lee Ära
Bruce Lees plötzlicher Tod, 1973 berührte Dan Inosanto tief, er spielte mit dem Gedanken mit den Kampfkünsten aufzuhören. Niemand wusste wie es weitergehen würde. Wochen später fragte Dan Inosanto Richard Bustillo ob sie nicht eine kommerzielle Schule eröffnen sollten um ihre philippinischen Kampfkünste weiter zu entwickeln und voranzubringen.

 

Ein Jahr nach Bruce Lees Tod, 1974 eröffnete die beiden in Torrance die Filipino Kali Academy. Wie der Name schon verrät war der Hauptgrund diese Schule zu gründen die Philippinischen Kampfkünste wie Kali, Escrima, Arnis, usw. bekannter zu machen. In dieser Schule gab es zehn unterschiedliche Unterrichtseinheiten, nur in einer wurde Jeet Kune Do unterrichtet. Diese traf sich dienstags und donnerstags hinter verschlossenen Türen und neue Mitglieder wurden nur einstimmig aufgenommen. Im Unterricht waren nie mehr als acht bis zehn Schüler. Diese wurde auch in den philippinischen Kampfkünsten unterrichtet.

 

In seinem 1980 erschienen Buch Jeet Kune Do-The Art and Philosophy of Bruce Lee schreibt Dan Inosanto das es zu dieser Zeit nur drei Orte gab an denen Jeet Kune Do unterrichtet wurde, die Seattle von Taky Kimura geleitete Schule, eine von Larry Hartsell in North Carolina gelegene und die Filipino Kali Academy von Dan Inosanto und Richard Bustillo.

 

Tim Tackett über die Entstehung der JKD Concepts (aus dem Buch Jeet Kune Do-Tim Tackett-2008)
„JKD Concepts begann mit Dan Inosanto. Dieser versprach Bruce Lee Jeet Kune Do nicht öffentlich zu unterrichten…als die Schule in Chinatown geschlossen war, begann Dan Inosanto eine ausgewählte Gruppe in seinem backyard zu unterrichten. Nach Bruce Tod bekam Dan Einladungen um auf Seminaren zu unterrichten. Da Dan nicht wollte, dass jeder Seminarteilnehmer ein Zertifikat bekommen sollte auf dem Jeet Kune Do zu lesen war, beschloss er, dass alle Schüler die an diesen Seminaren teilgenommen hatte ein Zertifikat bekommen sollten auf dem Jun Fan Gung Fu stand. Dies machte er, weil er der Meinung war das man Jeet Kune Do nicht auf Wochenendseminaren lernen könne. Auch wollte er nicht das jemand auf die Idee kam dass jemand meine er könne nach einem solchen Seminar Jeet Kune Do unterrichten. Auch wenn Dan Inosanto immer wieder seine Gastgeber darauf hinwies das sie nicht damit werben sollten das er Jeet Kune Do unterrichte, konnte er es nicht verhindern. Dan wollte das sie den Ausdruck Jun Fan Gung Fu benutzten, aber da nur wenige etwas mit diesem Begriff anfangen konnten wurde Jeet Kune Do weiterhin benutzt. Dan fing an zu erklären das er nicht wirklich Jeet Kune Do unterrichte sondern JKD Concepts. Dies definierte er über die Benutzung der Prinzipien des Jeet Kune Do in seinem Unterricht.
Die meisten JKD Concept Leute scheinen Jeet Kune Do nicht als System oder Stil zu sehen, sondern mehr als eine philosophische Einstellung bei der jeder Ausübende seinen persönlichen Ausdruck von Lees Kampfkunst entwickelt. Sie sehen JKD bloß als Startpunkt ihres eigenen persönlichen Ausdruck des Kämpfens an. Sie halten sich an Bruce Lees Aussage, „Untersuche Deine eigenen Erfahrungen, nehme auf was nützlich ist, sonder aus was unnütz ist und füge dein eigenes hinzu.“ Befürworter der JKD Concepts ermutigen Kampfkünstler sich so viele Kampfkünste wie nur möglich anzuschauen und aus diesen Künsten zu wählen was für sie am besten funktioniert. Wenn man der Concepts Einstellung folgt könnte ein Schüler lernen mit einer Kali-Bewegung anzugreifen, gefolgt von einer Silat-Bewegung und mit einer Jui-Jitsu-Bewegung abzuschließen.”

  • Stehend von Links nach rechts: Jesse Glover, Bruce Lee, Skip Ellsworth, Tak MiyabeSitzend Jim DeMile, Leroy Garcia und Taky Kimura von 1961

    Stehend von Links nach rechts: Jesse Glover, Bruce Lee, Skip Ellsworth, Tak Miyabe
    Sitzend Jim DeMile, Leroy Garcia und Taky Kimura von 1961

    Mit Taky Kimura im Jun Fan Gung Fu Institue Seattle

    Mit Taky Kimura im Jun Fan Gung Fu Institue Seattle

    Schüler von James Yimm Leeuntere Reihe, zweiter von rechts: James Lee, links davon Howard Williams

    Schüler von James Yimm Lee
    untere Reihe, zweiter von rechts: James Lee, links davon Howard Williams

     

    Dan Inosantos Trainingshalle, die mit Hilfe von Alfred Haber in Garten von Inosantos Haus gebaut wurde.

    Dan Inosantos Trainingshalle, die mit Hilfe von Alfred Haber in Garten von Inosantos Haus gebaut wurde.