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Ted Wong

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Bei einem Sparring mit Daniel Lee musste Ted Wong viel einstecken, unter anderem einen Fingerstich ins Auge, so dass er nicht mehr richtig sehen konnte. Als er anschließend die Augen öffnete, bekam er zusätzlich noch einen Schlag auf den Solar Plexus ab. Er drehte sich um und wollte weggehen.

Ted Wong (1937-2010)

Ted Wong wurde 1937 in Hong Kong geboren und kam 1953 in die USA. Das erste Mal hörte Ted Wong von Bruce Lee, als er die Serie “The Green Hornet” im Fernsehen sah. Ein Freund von ihm kannte Bruce Lee und wusste, dass dieser in Los Angeles Chinatown eine Schule eröffnen wollte. Ted Wong verfügte über keinerlei Erfahrung in den Kampfkünsten und so ging er an einem Februar des Jahres 1967 einfach zur Eröffnung und schaute sich die Demonstration von Bruce Lee an. Nach einem etwa zweistündigen Vortrag verteilte Bruce Lee Anmeldeformulare. Ted Wong füllte eins aus, ohne zu wissen, dass eine Anmeldung eigentlich nur durch vorherige Einladung möglich war. Dementsprechend fragte ihn Bruce Lee, wer er denn eigentlich sei und wo er her komme. Er antwortete, dass er aus Hong Kong käme und dann begannen sie sich auf Chinesisch zu unterhalten. Ted Wong durfte bleiben und wurde einer der besten Freunde von Bruce Lee.
Bei einem Sparring mit Daniel Lee musste Ted Wong viel einstecken, unter anderem einen Fingerstich ins Auge, so dass er nicht mehr richtig sehen konnte. Als er anschließend die Augen öffnete, bekam er zusätzlich noch einen Schlag auf den Solar Plexus ab. Er drehte sich um und wollte weggehen. Bruce Lee holte ihn jedoch ein und sagte ihm, dass er nicht zeigen solle, wenn er verletzt sei und schon gar nicht weggehen dürfe. Im Anschluss führte er Ted Wong zu einem Geschäft für Fitnessbedarf und erstand einige Lang- und Kurzhanteln. Bruce Lee stellte ihm dann ein entsprechendes Programm zusammen, nahm seine Maße und versorgte ihn mit Eiweißpulver. Nach drei Monaten hatte Ted etwa 10 Kilo zugelegt. Darüber hinaus begann Bruce Lee Ted Wong privat zu unterrichten. Später äußerte sich Bruce Lee gegenüber Ted Wong, er habe ihn zum einen ausgewählt, weil er ein netter Kerl sei, aber hauptsächlich weil er Potential habe. So wurde er laut Bruce Lees Terminkalender 122 mal unterrichtet und zwar im Zeitraum vom 27. Juli 1967 bis zum 14. Oktober 1971, dem Jahr in dem Bruce Lee nach Hong Kong zog. Ted Wong gilt somit als der Schüler Bruce Lees mit den meisten Privatstunden. Die beiden blieben aber auch danach, bis zu Bruce Lees Tod 1973, in engem Kontakt. Zu Weihnachten/Neujahr 1972/73 lud Bruce Lee Ted Wong zusammen mit Herb Jackson, einem weiteren Schüler von Bruce Lee, nach Hong Kong ein.
Im Dezember 1967 bekam Ted Wong von Bruce Lee ein Zertifikat in Jeet Kune Do über den zweiten Rang überreicht.
Nach Bruce Lees Tod entschied sich Ted Wong Jeet Kune Do nicht öffentlich zu unterrichten. Er verschwand fast völlig aus den Augen der Öffentlichkeit und trainierte nur mit ein paar Freunden, darunter Herb Jackson. Erst zu Bruce Lees 50. Geburtstag 1990 trat er wieder in die Öffentlichkeit. Im selben Jahr erschien das Buch „Wing Chun and Jeet Kune Do a Comparison“, das er mit William Cheung zusammen geschrieben hatte. Zusätzlich gab er öffentliche Seminare und wurde später „Nucleus“ Mitglied in der Bruce Lee Foundation. Ted Wong unterrichtete ausschließlich die Dinge, die er von Bruce Lee gelernt hatte. Sein Trainingsschwerpunkt lag dabei auf Beinarbeit und Beweglichkeit. 2010 verstarb Ted Wong in Los Angeles.

 

Sparring mit Bruce Lee-Ted Wong
Wann immer ich mit Bruce Sparring machte, war er im Gegensatz zu seinen Filmen sehr ruhig und nahezu unbewegt. Viele Leute, die Bruce Filme sehen, denken, dass er immer wie Muhammad Ali herum tänzelte – Bruce tat dies jedoch nur aus Spaß oder wenn er sich sicher war, dass sein Gegner ihn nicht berühren konnte. Machte Bruce jedoch ernst, war er sehr entspannt und stand zeitweise vollkommen ruhig da. Dies war für diejenigen von uns, die mit ihm Sparring machten, immer ein großes Problem. Bei einer Bewegung von ihm hätte man ihn eventuell vom Rhythmus her stoppen können – aber so wusste ich überhaupt nicht, was er vorhatte. Und immer wenn ich versucht habe, mich zu bewegen – bang – war er direkt vor mir und beendete meine Aktion, bevor ich sie überhaupt ausführen konnte.
Es gab keine Warnung. Er stand immer sehr, sehr ruhig da und mit einem Mal konnte er von jedem Punkt aus explodieren, wobei ihn seine Beinarbeit nie im Stich ließ. Er hatte eine perfekte Beinarbeit und ein perfektes Gleichgewicht. Tritt, Schlag, Trapp, Fingerstich – er verlor nie das Gleichgewicht, seine Aktionen waren weder vorhersehbar noch konnte man sie abwehren.

 

Herb Jackson über Ted Wong (2001)
„Nachdem Ted pensioniert wurde trainierte er viel mehr. Man erreicht nicht sein volles Potential wenn man von jemand anders unterrichtet wird. Es gibt die Tendenz das zu tun was einem vorgegeben wird. Man folgt Rückmeldungen, festen Mustern oder festgefahrenen Arten etwas zu tun. Nach Bruce Lees Tod wurde Teds Wissen sein persönliches. Er hat sich entwickelt. Jetzt werde ich ihn wohl beim Sparring nicht mehr schlagen können. Das ist die Essenz von Bruces Training, sich selbst zu unterrichten. Er ermunterte dich deinen eigenen Weg zu finden und das ist genau das was Ted gemacht hat. Er ist heute ein besserer Kämpfer als er es war als er mit Bruce trainiert hat.“


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    To Marko-Good Training in Jeet Kune Do

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    Sparring mit Bruce Lee

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    Unterricht mit Ted Wong

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